Schwerpunkt: Kontroverse Themen kommunizieren

Impfen, Genderstudies, Tierversuche – Wie kann man kommunizieren, damit Debatten über kontroverse Forschungsthemen sachlich bleiben? Welche Strategien helfen, um einer handfesten Krise vorzubeugen? Und was kann man tun, um aus einer Kommunikationskrise wieder herauszukommen? Tipps und Erfahrungen aus der Krisen- und Risikokommunikation gibt es in diesem Schwerpunkt.

Foto: Louis Hansel, CC0

Wenn’s richtig ungemütlich wird

„Den guten Seemann erkennt man bei schlechtem Wetter.“ Dieses Sprichwort aus Italien illustriert recht passend die Kommunikation in kritischen Situationen, also in Krisen oder bei der Vermittlung veritabler Risiken. Beides fällt nicht gerade in die Rubrik Schönwetter-Kommunikation. Und auch der Wissenschaftsbetrieb ist nicht davor gefeit, dass mal dunkle Wolken aufziehen.
Mehr

In der Krise kommunizieren – zehn Tipps für das, was jetzt wichtig ist

Frei erfundene Untersuchungsdaten, veruntreute Drittmittel, der erfolglos vertuschte Unfall im Forschungslabor – derlei Krisen bedrohen massiv die Reputation und die Geschäftstätigkeit, wobei Ansehen und Geld eben auch im Wissenschaftsbetrieb eng miteinander verknüpft sein können. Nun geht es darum, den Schaden zu begrenzen, die Krise zu beenden, Vertrauen wiederherzustellen.
Mehr

Risiko kommunizieren – zehn Tipps zur Bewältigung einer heiklen Gratwanderung

Auf der einen Seite Faszination und Bewunderung, auf der anderen Seite Erschrecken und Befürchtungen. Zwei Seiten einer Medaille, wie sie für die Risikokommunikation typisch sind. Gerade in der Wissenschaft geht es häufig um Entwicklungen und Technologien, bei deren Einschätzung Sympathie und Antipathie nah beieinander liegen.
Mehr

Gute Krisenkommunikation braucht gutes Krisenmanagement

Im Gastbeitrag beleuchtet Christina Beck, Pressesprecherin der Max-Planck-Gesellschaft, das Thema Krisenkommunikation und gibt praktische Tipps: Was kann im Falle einer Krise alles schiefgehen? Was gilt es grundsätzlich zu beachten? Wie kann sich die Kommunikationsabteilung besser vorbereiten?
Mehr

„Es verändert sich weniger die Impfbereitschaft, als die Medienpräsenz des Themas“

Nah am Menschen, gesellschaftlich relevant und stark polarisierend – Impfen gilt als eines der schwierigen Themen der Wissenschaftskommunikation. Julia Neufeind vom Robert-Koch-Institut erklärt im Interview, wie sich die Debatte verändert und was das Internet damit zu tun hat.
Mehr

„Wir wollen nicht mehr reagieren, wir wollen agieren“

Die Kommunikation über Gender Studies ist oft komplex und in den Medien wird die Disziplin mitunter stark angegriffen. Miriam Stehling erarbeitet Strategien für eine offene Diskussionskultur aus der Disziplin heraus und in der Öffentlichkeit. Im Interview erzählt sie, wo diese Strategien und der Aktionstag #4genderstudies dabei ansetzen.
Mehr

„Kriegsforschung“ – so lautet der Vorwurf

Seine Forschung an Explosivstoffen für die Wehrtechnik wird oft nicht nur kontrovers, sondern negativ gesehen, sagt Thomas M. Klapötke. Im Interview erklärt er, warum seine Forschung an energetischen Materialien wichtig ist und welche Kommunikationshürden er überwinden muss.
Mehr

„Appelle an klimafreundliches Verhalten greifen zu kurz“

Viele Menschen fühlten sich ohnmächtig bei dem Versuch, durch ihr individuelles Handeln etwas gegen den Klimawandel zu tun, sagt die Kommunikationswissenschaftlerin Imke Hoppe von der Universität Hamburg. Daher brauche es mehr Debatten über politische Regelungen für alle.
Mehr
Stadt bei Sonnenaufgang

„Letztlich muss man Gegengeschichten erzählen“

Natalie Grams kommuniziert kritisch über Homöopathie. Dafür bekommt die Ärztin, die früher selbst Homöopathie praktiziert hat, viel Gegenwind. Trotzdem lohne es sich, sagt sie im Interview. Sie versucht, durch einen narrativen Ansatz Menschen persönlich anzusprechen und bedient sich dabei verschiedener Medien.
Mehr

Perspektivwechsel, Transparenz und ein gutes Monitoring

Welche kommunikative Krise haben Sie in letzter Zeit gelöst? Und welche Lehre nehmen Sie daraus mit? Das haben wir drei Pressechefs und -chefinnen aus dem Wissenschaftsbereich gefragt. Elisabeth Hoffmann, Patrick Honecker und Susanne Thiele geben Einblicke in ihre Arbeit und Tipps für den nächsten schwierigen Fall.
Mehr
Welle, die auf ruhiges Wasser trifft.

Wann führt Kommunikation auch zu Aktionen?

Das Portal klimafakten.de informiert über aktuelle Forschung und gibt Tipps zur Kommunikation über Klimawandel, Umweltschutz und Co. Ein Gespräch mit Redaktionsleiter Carel Mohn über Zielgruppen, Werte und darüber, wie das abstrakte Thema Klima konkret wird.
Mehr
Foto: Karsten Wurth

Kopfzerbrechen? Die Psychologie des Umgangs mit Risiko und Krise

Im Wissenschaftsbetrieb haben wir es häufig mit der Vermittlung kritischer Themen zu tun, manchmal sogar mit einer handfesten Krise. Risikokommunikation und Krisenkommunikation sind aber recht unterschiedlich angelegt. Dennoch nimmt der Mensch diese beiden verschiedenen Geschwister fast als Zwillinge wahr.
Mehr
Foto: Michael Shannon

Wie mit einem simulierten Virusausbruch Wissenschaft und Unsicherheiten kommuniziert werden

Der Forschung an hochpathogenen Viren und Bakterien stehen viele offenen Fragen und Ängste der Bevölkerung gegenüber. Stefan Becker und sein Team von Virologen an der Universität Marburg wollen mit einer aktiven und praxisnahen Kommunikation dagegen angehen.
Mehr

Tipps zu Krisenkommunikation und Social Media

Websites, Blogs und Soziale Medien haben in der Wissenschaftskommunikation ohnehin einen hohen Stellenwert. In der Risiko- und Krisenkommunikation nimmt die Bedeutung dieser Instrumente nochmals zu. Denn sie bieten wissenschaftlichen Einrichtungen die Option der klugen und schnellen Direktkommunikation. Verkehrt eingesetzt, werden sie aber auch rasch zum „Krisen-Turbo“. Zehn Tipps, um das zu vermeiden.
Mehr

Ungewissheit gekonnt vermitteln

Ungewissheit zu kommunizieren ist kein leichtes Unterfangen. Der Leitfaden richtet sich speziell an alle, die über den Klimawandel berichten. Die Tipps und Tricks sind aber auch auf andere Disziplinen übertragbar und stehen in sieben Sprachen zur Verfügung.
Mehr
Weitere Artikel zum Thema

„Tierversuche scheinen so tabu zu sein, dass man darüber nicht laut spricht“

Der Tiermediziner Karim Montasser erklärt Hintergründe zu tiermedizinischen Fragen auf Youtube und geht dabei auch kontroverse Themen wie Tierversuche oder Massentierhaltung an. Wir haben mit ihm über das Projekt, seine Ziele und das Medium Video gesprochen.
Mehr
Foto: Maria Teneva

Kurz vorgestellt: Neues aus der Forschung im Oktober 2018

Einstellungen zu strittigen Forschungsfragen, Wissenschaftskommunikation für Häftlinge und die Bewertung wissenschaftlicher Vorträge: Das sind die Themen im aktuellen Forschungsrückblick.
Mehr
Wissenschaftliche Zeitschriften

„Wir brauchen mehr Menschen in der Wissenschaft, die sich klar positionieren“

Während seiner Postdoc-Zeit begann Lars Dittrich mit der Kommunikation über Tierversuche. Warum es schwierig war, dafür am Anfang überhaupt eine deutschsprachige Plattform zu finden und wieso er nun komplett in die Wissenschaftskommunikation wechselt, erzählt der Neurowissenschaftler im Interview.
Mehr

„Mangelnde Kommunikation macht uns am meisten angreifbar“

Die European Animal Research Association (EARA) setzt sich für eine offene Kommunikation über Tierversuche ein. Gerade in Deutschland gibt es da noch viel Nachholbedarf, sagt der geschäftsführende Direktor Kirk Leech. Was Forschende und Institutionen tun können, erklärt er im Interview.
Mehr
Foto: freestocks.org, CC0

Tierversuche – Wenn Forschungskritik persönlich wird

Ein Forscher des Max-Delbrück-Centrums in Berlin hat von Tierversuchsgegnern einen Preis für den „schlimmsten Tierversuch“ bekommen. Das Forschungszentrum reagierte darauf mit einer solidarischen Aktion, die auf Dialog mit Veranstaltern und Demonstranten setzte. Vera Glaßer im Gespräch über die Erfahrungen der Kommunikationsabteilung.
Mehr
Foto: Nuria Cerdá Esteban / Max-Delbrück-Centrum

Leitfaden Krisenkommunikation, BMI

Risiko- und Krisenkommunikation sind auch in der Forschung ein wichtiges Thema, das vor allem Öffentlichkeitsarbeiter, aber auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betreffen kann. Der „Leitfaden Krisenkommunikation“ bietet eine Hilfestellung zur vorbeugenden Vorbereitung auf und zur Bewältigung von kritischen Situationen.
Mehr

DIRIKO: Studie zur Diabetes-Risikokommunikation – Teilnahme erwünscht!

Wie kann die Prävention von Krankheiten wie Diabetes verbessert und auf einzelne Menschen abgestimmt werden? Mithilfe der Bürger selbst, dachten sich die Forscher am Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Sie starten heute eine Studie in der sie 12.000 Menschen befragen wollen, um aus ihren Antworten zu lernen. Wir wollten mehr erfahren und haben die […]
Mehr

Kurz vorgestellt: Neues aus der Forschung im Juni 2017

Welche Rollen haben Sozialwissenschaftler in der Berichterstattung über Krisen? Und sollten Wissenschaftler mehr über Facebook kommunizieren? Studien zu diesen beiden Fragen stellen wir im Forschungsrückblick vor.
Mehr
Wissenschaftliche Zeitschriften

Seminar: Krisenkommunikation (Emmerich Mediencoaching)

Um den Meinungsbildungsprozess der Öffentlichkeit auch in Krisensituationen in die gewünschte Richtung zu steuern bietet Emmerich Mediencoaching ein entsprechendes Seminar für Forschende und Öffentlichkeitsarbeiter und -arbeiterinnen an.
Mehr

Seminar: Risiko- und Krisenkommunikation (NaWik)

Damit Wissenschaftler im Krisenfall als Experten die passende Einschätzung der Lage geben können, bietet das NaWik ein Seminar zur Risiko- und Krisenkommunikation.
Mehr

Reflexe können schädlich sein

In einer Krise schalten wir unwillkürlich um auf ein Notprogramm. Doch wer über das reflexartige Handeln oder Nichthandeln die Krisenkommunikation vergisst, der gerät schnell in noch größere Probleme.
Mehr