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Panoptikum 22-25 #Preise #Wisskomm #Umwelt

Preisverleihungen, Strategievorschläge für eine effektivere Wissenschaftskommunikation und der Stellenwert von Umweltthemen in Redaktionen. Das plus aktuelle Jobs und Termine sind die Themen im Panoptikum.

Augen und Ohren auf

🏆  Die Einstein Stiftung Berlin zeichnet den kanadischen Mediziner Gordon Guyatt sowie den Psychological Science Accelerator (PSA) mit dem diesjährigen Einstein Foundation Award for Promoting Quality in Research aus. Gordon Guyatt ist ein Vordenker der evidenzbasierten Medizin und gehört zu den einflussreichsten Medizinforscher*innen. Er hat Qualitätsstandards für alle Bereiche der klinischen Forschung entwickelt, die heute weltweit eingesetzt werden. Er erhält den Individual Award 2022. Der Institutional Award geht an den Psychological Science Accelerator (PSA) und damit an ein Netzwerk aus 1.400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in 71 Ländern, die gemeinsam Qualität in der psychologischen Forschung voranbringen wollen. Für den Early Career Award hat die Jury vier Nachwuchs-Initiativen auf die Shortlist gesetzt. Der finale Preisträger wird am Abend des 1. Dezember 2022 bekannt gegeben.

🏆  Katja Bär, Sara Arnsteiner, Anja Heuer. So heißen die drei Frauen, die die Wahl zu den „Forschungssprecherinnen und -sprecher des Jahres“ für sich entschieden. Dieses Jahr durch eine reine Publikumswahl bestimmt und ausgerichtet von den drei führenden Kommunikationsverbänden, BdKom (Bundesverband der Kommunikatoren), DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) und GPRA (Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen), fanden Bekanntgabe und Auszeichnung am 29. November im Rahmen des „Treffpunkts Wissenschaftskommunikation“ statt.

🎓 Die Universität Tübingen stärkt die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation mit dem Aufbau eines eigenen Zentrums. „Im wissenschaftspolitischen Dialog ist in den vergangenen Jahren die Frage in den Fokus gerückt, wie Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht nur exzellente Wissenschaft betreiben, sondern diese auch in der Gesellschaft wirksam vermitteln können“, sagte die Rektorin der Universität, Professorin Karla Pollmann. Inzwischen sei Wissenschaftskommunikation selbst zu einem zunehmend wichtigen Forschungsfeld geworden, auf dem die Universität Tübingen eine wesentliche Rolle spielen wolle. Die Gründung des Forschungszentrums reagiere auf diese Entwicklungen.

🧾 Mit dem Aufhänger „Große Wissenschaft kann nicht für sich selbst sprechen” wurde das Positionspapier “Science Communication for Greater Research Impact 2022” von Science Europe veröffentlicht. Die These: Es reiche nicht, nur gute Forschung zu betreiben oder viel zu publizieren. Notwendig sei eine bessere und effektivere Wissenschaftskommunikation, deren Grundsätze und Rahmenregelungen in dem Papier zusammengefasst werden.

🚨 Rat und Unterstützung bei Anfeindungen in den Sozialen Medien – mit dem „Mayday-Button“ hat das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation das WissKon-Netzwerk um ein neues Feature ergänzt. Mitglieder der Plattform können über den Mayday-Button Rat und Unterstützung aus der Community erbitten.

Mehr Wissen

📚 Verglichen mit der Bedeutung der Ozeane für das Leben auf der Erde, erscheine der Umfang der Berichterstattung über das Meer eher bescheiden, schreiben Bruno Pinto von der Universität Lissabon und Ana Matias von der University of the Algarve. Die beiden Forscher*innen haben Interviews mit 26 Wissenschaftsjournalist*innen in Europa geführt, die über das Meer schreiben. Ziel war, mehr über ihre Arbeitskontexte, Motivationen und Schwierigkeiten zu erfahren. Die Journalist*innen berichteten vom Mangel an Zeit, an finanziellen Ressourcen und an Möglichkeiten, außerhalb ihres Büros zu recherchieren. Einige sagten, Wissenschaft und der Umweltthemen werde in den Redaktionen eine geringe Priorität eingeräumt.

📚 Wie und warum nutzen Aktivist*innen von Fridays for Future wissenschaftliche Erkenntnisse, um Menschen zu mobilisieren? Das haben Anna Soßdorf vom Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie (DIID) und Viktor Burgi von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf untersucht. Dafür stützen sie sich auf eine Befragung von 500 Fridays-for-Future-Aktivist*innen in Deutschland aus den Jahren 2020 und 2021. Die Forscher*innen argumentieren, dass wissenschaftliches Wissen der Klimabewegung auch als moralische Ressource dient, um die eigenen Forderungen zu legitimieren.

📚 Konstruktiver Journalismus will Lösungsvorschläge und Handlungsoptionen für gesellschaftlich relevante Probleme aufzeigen. Julia Steinigeweg von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hat konstruktiv arbeitende Journalist*innen in Deutschland befragt, um herauszufinden, welche unterschiedlichen Rollenverständnisse sie vertreten. Sie zeigt, dass Jour­nalist*innen, die bei explizit konstruktiven Medien arbeiten, ein eher partizipierendes Rollenverständnis aufweisen, also aktiv an gesellschaftlichen Entwicklungen teilnehmen wollen. Journalist*innen von öffentlich-rechtlichen Sendern, die konstruktive Formate anbieten, sehen sich hingegen eher als neutrale Informationsvermittler*innen.

Von Praktikum bis Professur

🔉 Wissenschaft im Dialog* sucht eine*n Studierende*n (m/w/d) für die Citizen-Science-Plattform Bürger schaffen Wissen. Die Bewerbungsfrist endet am 13. Dezember.

🔉 In der Stabsstelle Kommunikation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist eine Stelle als Volontär*in (m/w/d) frei. Bewerbungsschluss ist der 30. Dezember.

🔉 Gemeinsam mit dem Museum für Naturkunde Berlin betreibt Wissenschaft im Dialog* die Webplattform www.buergerschaffenwissen.de. Zur Unterstützung des Teams sind zwei Jobs ausgeschrieben. Gesucht werden ein*e Projektmanager*in (m/w/d) im Projekt Citizen- Science-Plattform Bürger schaffen Wissen – Kommunikation Wissenschaftspreis und ein*e Projektmanager*in (m/w/d) im Projekt Citizen- Science-Plattform Bürger schaffen Wissen – Veranstaltungen. Die Bewerbungsfrist endet am 3. Januar.

🔉 Ebenfalls bei Wissenschaft im Dialog* ist eine Stelle als Werkstudent*in (m/w/d) für IT-Management ausgeschrieben. Bewerbungsschluss ist der 6. Januar.

Weitere Stellenangebote finden Sie in unserer Jobbörse – exklusiv für Stellen aus der Wissenschaftskommunikation. Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Stiftungen und Co können ihre Stellenangebote direkt an Besucher*innen unseres Portals richten.

Was kommt?

📅 Für Kurzentschlossene: Am Donnerstag, den 7. Dezember veröffentlicht Wissenschaft im Dialog* das Wissenschaftsbarometer 2022. Um 12:30 Uhr stellt Projektleiterin Ricarda Ziegler die zentralen Ergebnisse in einem Livestream vor und diskutiert sie mit Beiratsmitglied Julia Metag.

📅 Eine Präsenzveranstaltung zum Thema Entwicklung von Citizen Science Projekten in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet am 15. Dezember in Genf im Rahmen des 14. Genfer Forums statt. Die betreffenden Projekte haben als Schwerpunkt, Citizen Science-Aktionen zur Unterstützung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung ins Leben zu rufen. Die Veranstaltung wird auf Deutsch stattfinden, alle weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Forums finden auf Englisch und Französisch statt. Die Anmeldung ist online möglich.

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Überblick über aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. Außerdem sind hier aktuelle Stellenangebote, Veranstaltungen und Ergebnisse aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation zu finden.

*Das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) und Wissenschaft im Dialog sind zwei der drei Träger des Portals Wissenschaftskommunikation.de.