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Panoptikum 23-18 #170 Fachbegriffe #Unsicherheiten kommunizieren #Wissenschaft bei TikTok

Ein Lexikon mit 170 Fachbegriffen aus der Wissenschaftskommunikation, Kommunikation ĂĽber Unsicherheiten und Wissenschaft bei TikTok? Das plus aktuelle Jobs und Termine sind die Themen im Panoptikum.

Augen und Ohren auf

🔖 Mehr als 170 Fachbegriffe sind bereits im neuen Wisskomm-Lexikon enthalten. Marina Joubert, Professorin für Wissenschaftskommunikation an der Universität Stellenbosch, und die Kommunikationsexpertin Paige Jarreau haben in dem englischsprachigen Lexikon wichtige Begriffe und weiterführende Literatur zu „Defizitmodell” und Co. zusammengestellt.

🗨️ Wie beeinflusst die Kommunikation von Unsicherheiten das Vertrauen in die Wissenschaft? Eine neue systematische Übersichtsarbeit der Transfer Unit* kommt unter anderem zu dem Schluss: „Wissenschaftliche Unsicherheiten sollten explizit und zeitnah angesprochen und verständlich dargestellt werden”.

🎙️ Im Interview sagt der scheidende DUZ-Herausgeber Wolfgang Heuser, dass Wissenschaftskommunikation eine Kunst ist, die systematisch geschult werden sollte: „Denn gerade Wissenschaftskommunikation braucht Ausführlichkeit in doppelter Hinsicht: ein Runterbrechen von Komplexität, bis es knirscht, und die Zeit der Vermittelnden.”

🌍 Die Neurowissenschaftlerin Maren Urner diskutiert mit dem Physiker und Wissenschaftskommunikator Philipp Schrögel über Klimakommunikation: Welche Strategien eignen sich im Umgang mit Hiobsbotschaften und Katastrophen?

🥼 APA-Science berichtet über verschiedene Wege, bildungsbenachteiligte Menschen für Wissenschaft zu interessieren. Barbara Streicher, Geschäftsführerin des Vereins ScienceCenter-Netzwerk, meint: „Es braucht eine Vielzahl von niederschwelligen Formaten”. 

🧮 Drei neue Fellows starten am MIP.labor der Freien Universität Berlin, das von der Klaus Tschira Stiftung gefördert wird. Die Fellows Nina Beier, Sina Loriani und Carl Smith wollen mit kreativen Medienformaten Themen aus Mathematik, Informatik und Physik insbesondere jungen Zielgruppen zugänglich machen.

Mehr Wissen

📚 Austin Y. Hubner von der University of Louisville, USA, untersuchte die Erwähnung von weiblichen Expertinnen in der Berichterstattung über die Impfung zu COVID-19. Bisherige Studien zur Gesundheitsberichterstattung vor der Pandemie zeigten, dass weibliche Expertinnen in der Berichterstattung seltener zitiert wurden. Während der Corona-Pandemie waren jedoch sowohl Männer als auch Frauen an der Entwicklung des Impfstoffes beteiligt. Die Autorin der Studie hat Artikel der New York Times über einen Zeitraum von zwei Jahren (n = 1978) über den Impfstoff und die zitierten Quellen ausgewertet. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass etwa zwei Drittel der zitierten Quellen männliche Gesundheitsexperten waren. Wurden jedoch sowohl eine männliche als auch eine weibliche Person erwähnt, zeigte sich, dass Frauen zuerst genannt wurden.

📚 Um Freiwillige für die Teilnahme an bürgerwissenschaftlichen Initiativen zu gewinnen, ist Überzeugungsarbeit insbesondere bei der ersten Kontaktaufnahme durch Projektbeschreibungen entscheidend. Yaela N. Golumbic von der Tel Aviv University und Marius Oesterheld vom Museum für Naturkunde in Berlin haben anhand einer Zufallsstichprobe von 120 englischsprachigen Projektbeschreibungen eine Analyse der Texte durchgeführt. Dabei wurden die Vollständigkeit der Informationen und die Qualität der Beschreibungen analysiert. Die Autor*innen stellten einen mangelhaften Informationsgehalt und Herausforderungen bei der Zugänglichkeit fest. Während die Ausführlichkeit der Beschreibungen stark variiere, sei der Fokus auf den wissenschaftlichen Hintergrund und die akademische Sprache oft hinderlich. Praktische Hinweise für Freiwillige würden häufig fehlen.

📚 Wissenschaftskommunikation über TikTok? Ben Rein von der Stanford University hat untersucht, welche Faktoren dazu beitragen, dass Wissenschaftsthemen auf der Plattform viel Aufmerksamkeit erhalten. Der Neurowissenschaftler hat einen eigenen Account auf der Plattform. Aus seinen TikToks hat er eine Zufallsstichprobe von 150 Videos ausgewählt, um Faktoren für effektive Wissenschaftskommunikation zu untersuchen. Die Analyse zeigt, dass die Verwendung von Hashtags sowie plattformeigene Sounds und Effekte keinen Einfluss auf die Videoaufrufe haben. Videos, die Forschungsarbeiten zusammenfassen, hätten die höchste Resonanz erzielt, was der Autor auf das Lai*innenpublikum zurückführt, das eher selten Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen hat. Er schließt, dass die Veröffentlichung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf Tiktok das Vertrauen in die Wissenschaft stärken könne. 

Von Praktikum bis Professur

🔉 Die Kommunikationsabteilung des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung bereitet wissenschaftliche Inhalte für verschiedene Zielgruppen auf. Im Bereich Klimaforschung ist jetzt eine Stelle als Pressereferent*in für Wissenschaftskommunikation ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 10. September.

🔉 Ab Herbst sucht die Stabsstelle Marketing und Veranstaltungen der Universität Hohenheim eine studentische Aushilfe. Zu den Aufgaben zählt die Mitarbeit bei Kampagnen, Veranstaltungen und Webauftritten. Bewerbungsschluss ist der 10. September.

🔉 Die Abteilung Hochschul- und Wissenschaftskommunikation der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sucht eine*n Multimedia-Redakteur*in. Zu den Aufgaben gehören die Co-Leitung der crossmedialen Redaktion sowie die Mitarbeit beim Relaunch der Website. Bewerbungsschluss ist der 10. September.

🔉 Bei Wissenschaft im Dialog* ist eine Stelle als studentische Hilfskraft im Bereich Qualität und Transfer für 10 Stunden in der Woche zu besetzen. Die Aufgaben umfassen die forschungsbasierte und grafische Unterstützung in den Projekten Wissenschaftsbarometer und POIESIS. Bewerbungen können bis zum 17. September eingereicht werden. 

🔉 Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) in München sucht nach einem*einer Wissenschaftskommunikator*in für die Aufgaben des Aufbaus des Arbeitsbereiches Wissenschaftskommunikation. Dazu gehören Bedarfsanalysen und Konzeptualisierungen für die Strategie des Bereichs. Bewerbungsschluss ist der 18. September.

🔉 Zur Unterstützung des Teams sucht das Deutsche Klima Konsortium eine*n studentische*n Mitarbeiter*in. Es geht um die Bereiche Kommunikation mit Politik, Öffentlichkeitsarbeit und Officemanagement. Es gibt keine Bewerbungsfrist.

Weitere Stellenangebote finden Sie in unserer Jobbörse – exklusiv für Stellen aus der Wissenschaftskommunikation. Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Stiftungen und Co können ihre Stellenangebote direkt an Besucher*innen unseres Portals richten.

Was kommt?

📆 Das Forum Wissenschaftskommunikation* findet dieses Jahr vom 15. bis zum 17. November in Bielefeld statt. Zum Schwerpunkt „Kontrovers, aber fair – Impulse für eine neue Debattenkultur“ werden aktuelle Trends und Themen diskutiert. Bis zum 27. Oktober sind Anmeldungen möglich.

📆 Zu der WissKon24* sind Wissenschaftler*innen eingeladen, über ihre Forschung zu berichten. Am 19. April 2024 findet die Konferenz für kommunizierende Wissenschaftler*innen in Karlsruhe statt. Die Anmeldung wird voraussichtlich Anfang 2024 möglich sein, Ideen für Workshops, Sessions und Projekte werden bereits im Herbst gesucht.

📆 Nachwuchskräfte in der Wissenschaftskommunikation können sich für die digitale Autumn School 2023 „Wissenschaft kommunizieren!“ anmelden. Vom 9. bis 12. Oktober geht es um Social Media, Wissenschafts-PR und -Journalismus sowie Kommunikationsstrategien. Anmeldungen sind je nach Verfügbarkeit bis zu einer Woche vor der Veranstaltung möglich. 

📆 Feiern im Sauriersaal: Das Museum für Naturkunde Berlin lädt am Abend des 22. September zum Podcast-Festival ein. Der Abend bietet einen Blick hinter die Kulissen des Museums mit Live-Podcasts und interaktiven Workshops. Die Anmeldung ist über Eventim möglich.

📆 Noch bis zum 14. September können Geförderte der Volkswagenstiftung wieder bis zu 150.000 Euro Zusatzmittel für Wissenschaftskommunikation beantragen. Worauf es dabei ankommt, erläutert der zuständige Förderreferent Pierre Schwidlinski im Gespräch.

📆 Für Promovierende, Mitarbeitende, und Postdoktorand:innen der Universität Kassel werden zwei E-Learning Kurse zur Wissenschaftskommunikation angeboten. Die Online-Veranstaltungen zum Grundlagenwissen in der Wissenschaftskommunikation und zu Social Media sind noch bis zum 30. Dezember 2023 verfügbar.  

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Ăśberblick ĂĽber aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. AuĂźerdem sind hier aktuelle Stellenangebote, Veranstaltungen und Ergebnisse aus der Forschung ĂĽber Wissenschaftskommunikation zu finden.

*Wissenschaft im Dialog (WiD) und das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) sind zwei der drei Träger des Portals Wissenschaftskommunikation.de.