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Panoptikum 18-07 #Instagram #Bildsprache #Biohacking

Ist Instagram der richtige Kanal, um Forschung zu kommunizieren? Oder ist das alles Zeitverschwendung? Um Kommunikation mit persönlichen Fotogeschichten, den March for Science sowie aktuelle Stellen und Ausschreibungen dreht sich heute das Panoptikum.

Augen und Ohren auf

Vergeuden Forschende – meist junge Frauen – ihre Zeit, wenn sie sich mit Bildern von sich und ihrer Forschung auf Instagram positionieren? Ja, sagt Doktorandin Meghan Wright und erklärt in ihrem Beitrag „Why I don’t use Instagram for science outreach“ auch warum. Der Gegenwind ließ nicht lange auf sich warten: Angela Chen schreibt in ihrer Replik: „Scolding female scientists for embracing Instagram doesn’t solve the gender gap in STEM“. Und auch unter dem Hashtag #scientistswhoselfie reagieren Wissenschaftlerinnen auf Twitter und Instagram.

Um persönliche Geschichten und Bilder geht es auch den Organisatoren des March for Science Göttingen. Im Vorfeld ihres March for Science am 14. April erzählen und präsentieren sie auf Facebook unter dem Titel „Humans of Science“ persönliche Geschichten von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Apropos March for Science: Infos dazu, in welchen Städten auch in diesem Jahr marschiert wird und wo andere Aktionen stattfinden, gibt es nächste Woche hier im Journal.

Um Fotos für Flyer, Broschüren, Plakate oder Websites geht es im „How-to: Vielfalt in Bildern erzählen“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Hier gibt es Tipps dazu, wie man gesellschaftliche Vielfalt schon durch eine differenzierte Bildsprache darstellen kann.

Mehr Wissen

Gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten March for Science haben texanische Forscher die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht, in der sie vergangenes Jahr die Motivation der Teilnehmer auf den Märschen in Los Angeles, Austin und Washington, D.C. ergründet haben. Ergebnis: Die Befragten trieb zum Beispiel die Sorge um die Natur auf die Straße, sie ärgerten sich über die Regierung Trump und wollten ein Zeichen dafür setzen, wie wichtig Wissenschaft generell ist. Nahezu alle waren sich einig, dass Forschung dem Wohl der Allgemeinheit zugute komme.

In China ist kein March for Science angekündigt. Warum Wissenschaftler im Reich der Mitte zwar zuweilen bloggen oder öffentliche Vorträge halten, aber nur ungern mit den Medien sprechen, versuchte ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam in einer (nicht repräsentativen) Umfrage herauszufinden. Ganze 83 Prozent der teilnehmenden Wissenschaftler halten demnach Medienberichterstattung für irrelevant, viele beschweren sich zudem über eine zu geringe Qualität wissenschaftsjournalistischer Beiträge.

Und wer bei Citizen Science vor allem an Projekte zur Artenvielfalt oder der Astronomie denkt, sollte den kurzen Aufriss des Biotechnologen Ali Yetisen von der Harvard University zum Thema Biohacking lesen, also der technologischen Modifizierung des Körpers in Eigenregie. Yetisen sieht das als Unterart von Citizen Science an (andere sprechen dagegen lieber von „DIY-Science“) und ergründet die Motive dafür, warum sich Menschen in ihrer Garage oder im Hackerspace zum Cyborg umbauen.

Von Praktikum bis Professur

Achtung, fertig, los! Es gibt gleich drei Ausschreibungen für ganz schnelle Bewerber, denn die Fristen enden am heutigen 29. März:

Die Bauhaus-Universität Weimar schreibt zwei Stellen in der Universitätskommunikation aus, einmal die des/r Redakteurin/Redakteurs für Web- und Social Media und einmal die der/s Jahresjournal-Redakteurin/Redakteurs.

In Düsseldorf vergibt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW eine Stelle im Referat Kommunikation.

Noch bis zum 11. April kann man sich bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in in der Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit bewerben.

Die Ausschreibung zur Position des/r Leiters/in Kommunikation am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen hingegen läuft bis zum 15. April.

Was kommt?

Das Team vom Science-Notes-Magazin sucht für die zweite Ausgabe Unterstützerinnen und Unterstützer aus dem Journalismus, der Fotografie und der Illustration. Bewerben kann man sich hier bis zum 6. April mit Themenvorschlägen und Arbeitsproben. Alle Hintergründe zum Magazin gibt es auch in unserer Projektvorstellung.

Und noch eine Ausschreibung für Wissenschaftsjournalisten: Die Robert Bosch Stiftung und das Reporter-Forum suchen für die Masterclass Wissenschaftsjournalismus freie und festangestellte Journalisten, die sich im Community-Building weiterbilden wollen. Bewerben kann man sich bis zum 16. April.

Das NaWik veranstaltet außerdem ein kompaktes eintägiges Argumentationsseminar für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kommunikatorinnen und Kommunikatoren in Berlin am 11. April 2018.

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Überblick über aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. Außerdem sind hier Stellenangebote und Veranstaltungen sowie Ergebnisse aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation zu finden. Für Interessierte empfehlen wir auch die Kolumne „Augenspiegel“ von Henning Krause, dem Social Media Manager der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die freitags erscheint und eine ähnliche Zielsetzung hat.