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Panoptikum 23-20 #Kontroverse Nobelpreise #KI Fail #Gegen Wissenschaftsskepsis vorgehen

Anlässlich der Nobelpreiswoche diskutiert die Community über die Probleme, die prestigeträchtige Auszeichnungen mit sich bringen. Dazu gibt es aktuelle Forschungsergebnisse zum Umgang mit negativen Einstellungen gegenüber der Wissenschaft. Das plus aktuelle Jobs und Termine sind die Themen im Panoptikum.

Augen und Ohren auf

💉 Es ist wieder Nobelpreiswoche! Nach der Bekanntgabe der Preisträgerin für Medizin – Katalin Karikó – diskutiert die wissenschaftliche Community auf X (ehemals Twitter) über mangelnde institutionelle Unterstützung und die Unwägbarkeiten wissenschaftlicher Karrieren:

🏆 In der Zwischenzeit spricht der Medizinhistoriker Nils Hansson bei den „Real Scientists” noch bis Sonntag über die vielen Probleme, die der Nobelpreis mit sich bringt: Lobbyismus, den Gender Award Gap und mangelnde Transparenz bei der Entscheidungsfindung.

📰 „Be first, but first be right”? Eva Wolfangel deckt in einer Recherche auf, wie ein Welt  News-Plugin für ChatGPT Falschinformationen verbreitet. Sie sieht die Journalismus-Branche damit „auf eine Krise zusteuern”.

👥 Worauf achten Wissenschaftsjournalist*innen besonders, wenn sie Forschungsergebnisse evaluieren? Laut einer Studie rund um die Seniorautorin Simine Vazire ist es nicht das institutionelles Prestige. Die Größe der Stichprobe war der einzige Faktor, der einen robusten Einfluss auf die Einschätzung der Journalist*innen hatte, wie vertrauenswürdig oder „newsworthy” ein Ergebnis war.

🦴 Der Podcast Beats & Bones vom Museum für Naturkunde Berlin wird jeden Monat rund 20.000 Mal angehört. Warum begeistern sich so viele für Wissenschaftspodcasts? Laut Produzent Lukas Klaschinski liegt das am Erfahrungsdrang des Menschen. 

📜 Zuletzt eine Rückschau auf X seit der Übernahme durch Elon Musk. Henning Krause reflektiert nochmals die Ereignisse der letzten Monate und schließt: „Twitter ist tot.” Für ihn sei Mastodon ein guter Ersatz.  

Mehr Wissen

📚 Anfeindungen und negative Einstellungen gegenüber der Wissenschaft treiben viele Kommunikator*innen um. Wie lassen sich unterschiedliche Einstellungen einordnen? Wie sollte Wissenschaftskommunikation damit umgehen? Im Auftrag der Transfer Unit von Wissenschaft im Dialog* haben Nicola Peters, Evelyn Peter und Kaija Biermann von der TU Braunschweig haben den aktuellen Forschungsstand zu diesen Fragen zusammengefasst. Eine daraus abgeleitete Handlungsempfehlung lautet: Wissenschaftskommunikation sollte negativen Einstellungen gegenüber der Wissenschaft aktiv begegnen.

📚 Welche Aufgaben können Chatbots im Gesundheitswesen übernehmen? Dawn Branley-Bell und Kolleg*innen von der Northumbria University haben zusammen mit Lynne Coventry von der Abertay University in einer Studie anhand verschiedener Szenarien untersucht. Die Mehrzahl der Studienteilnehmenden zog es vor, einen Arzt statt eines Chatbots zu konsultieren, unabhängig davon, um welche Erkrankung es sich handelte. Bei Symptomen im Zusammenhang mit der Sexualität, die den Teilnehmenden peinlich waren, war die Bereitschaft zur Konsultation eines Chatbots höher als bei anderen Symptomen. Laut den Forscher*innen könnten Chatbots bei dieser Art von Themen einen schnellen, niedrigschwelligen und bequemen Weg zu Gesundheitsinformationen bieten. 

📚 Welches Potenzial haben Comics für die Vermittlung von Gesundheitsinformationen? Nan Li, Dominique Brossard und Leonardo Barolo Gargiulo von der University of Wisconsin–Madison haben zusammen mit Shiyu Yang von der University of Tennessee untersucht, wie schwarze US-Amerikaner*innen Comics über Covid-19-Impfstoffe wahrnehmen. Im Vergleich zu Texten und Infografiken fanden sie keine signifikanten Unterschiede darin, wie interessant die Befragten die Informationen fanden, wie gut sie sich daran erinnern konnten und wie wahrscheinlich es war, dass sie diese teilen würden. Comics mit abstrakten, ethnisch uneindeutigen Charakteren führten bei Personen mit weniger Vorwissen über Covid-19-Impfstoffe zu größeren Lerneffekten als Comics, die mit realistischen Bildern schwarzer Personen arbeiteten. Die Forscher*innen unterstreichen das Potenzial von Comics in der Wissenschaftskommunikation, raten aber dazu, sorgfältig über das Design und die jeweilige Zielgruppe nachzudenken.  

Von Praktikum bis Professur

🔉 Am Forschungszentrum Jülich mit Dienstort in Düsseldorf wird ein*e wissenschaftliche*r Referent*in für pharmazeutische Biotechnologie und öffentliche Kommunikation für das Netzwerk BIO.NRW gesucht. Es geht um Aufgaben im Administrationsbereich, in der Veranstaltungsorganisation sowie um das Schreiben von Artikeln und die Entwicklung von Kommunikationsstrategien. Bewerbungen sind bis zum 22. Oktober möglich.

🔉 Wissenschaft im Dialog* sucht nach Unterstützung im Sekretariat in Form eines*einer Mitarbeiter*in für Büroorganisation. An der Schnittstelle zwischen Geschäftsführung und Projekten fallen Aufgaben in der Verwaltung, Buchhaltung und Organisation an. Es gibt keine Bewerbungsfrist. Die Stelle ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu besetzen. 

🔉 In der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften am Campus Leverkusen der TH Köln ist eine Stelle als wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Bereich naturwissenschaftlicher Wissenschaftskommunikation zu besetzen. Es geht um die strategische Entwicklung der Wissenschaftskommunikation. Bewerbungsschluss ist der 02. November. 

Weitere Stellenangebote finden Sie in unserer Jobbörse – exklusiv für Stellen aus der Wissenschaftskommunikation. Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Stiftungen und Co können ihre Stellenangebote direkt an Besucher*innen unseres Portals richten.

Was kommt?

📆 Die Stiftung Charité sucht nach Tandems für das Science x media Program 2024. Personen aus Wissenschaft und Medien sollen zusammenarbeiten, um die Lebenswissenschaften in Berlin für die breite Öffentlichkeit zugänglicher zu gestalten. Antragsberechtigte können sich mit einer ersten Ideenskizze bis zum 23. Oktober bewerben

📆 Am 10. Oktober hält Prof. Dr. Sebastian Seiffert im Rahmen der Autumn School „Die Sache mit dem Klima” einen öffentlichen Vortrag zum Thema „Wissenschaftskommunikation zwischen Werbung und Wertung.” Der Vortrag wird um 19:30 Uhr von der Heidelberg School of Education per Livestream übertragen. Es ist keine Anmeldung notwendig. 

📆 Science et Cité veranstaltet am 2. und 3. November den Schweizer Jahreskongress der Wissenschaftskommunikation. Dieses Jahr findet die ScienceComm23 zu den Themenschwerpunkten „from knowledge to dialogue to action” und „science communications’ accessibility and fun factor” statt. Interessierte können sich noch bis zum 17. Oktober anmelden.

📆 Die diesjährige WISSENSWERTE findet vom 25. bis 27. Oktober in Freiburg statt. Seit 20 Jahren bietet das Forum einen jährlichen Treffpunkt für Wissenschaftsjournalist*innen im deutschsprachigen Raum. Anmeldungen sind online über das neue Registrierungsportal möglich.

📆 Die Universität Stuttgart veranstaltet eine interdisziplinäre Diskussionsreihe zum Thema „Leben, Lernen und Schreiben mit KI: ChatGPT und die Folgen.” Am 08. November findet die dritte und letzte Veranstaltung statt. In der Stadtbibliothek Stuttgart wird mit Dr. Thilo Hagendorff und anderen Expert*innen zu der Frage „Gezähmte Bots: Wer soll KI regulieren – und wie?” diskutiert.

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Überblick über aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. Außerdem sind hier aktuelle Stellenangebote, Veranstaltungen und Ergebnisse aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation zu finden.

*Wissenschaft im Dialog (WiD) ist einer der drei Träger des Portals Wissenschaftskommunikation.de.