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Panoptikum 19-01 #Vertrauen #Pessimismus #SocialMedia

Warum wird die Presse zu Wissenschaftsthemen immer negativer? Und ist Storytelling nun ein gutes Tool für die Wissenschaftskommunikation oder nicht? Gedanken dazu, Forschung zur Social-Media-Nutzung durch Forschende, aktuelle Jobs und Termine gibt es heute im Panoptikum.

Augen und Ohren auf

Seit der skeptischen Keynote von Julika Griem beim Forum Wissenschaftskommunikation 2018 wird Storytelling als Tool der Wissenschaftskommunikation kontrovers diskutiert (auch hier und hier). Im Beitrag „Der Forscher als Held und Abenteurer“ hat Anja Krieger die Debatte für den Deutschlandfunk zusammengefasst. Mehr zum Thema gibt es auch in unserem Schwerpunkt „Große und kleine Geschichten“.

Weiter diskutiert wird außerdem die Idee einer Stiftung für den Wissenschaftsjournalismus im neuen Heft der Helmholtz-Perspektiven. In der Schweiz wurde derweil schon eine gegründet – mit dem Namen „Wissen für alle“.

Was muss die Wissenschaft tun, um das Vertrauen der Menschen zu behalten? Diese Frage stellt Jürgen Zöllner, Vorstand der Stiftung Charité, in seinem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Ob das Vertrauen bereits sinkt, ist jedoch umstritten. Laut den Daten des Wissenschaftsbarometers lässt sich das nicht bestätigen.

Im Beitrag „Everything that 2018 teaches us about scientific communication“ fasst Jean-Paul Oury die Erkenntnisse der Redaktion von Scientific American aus dem letzten Jahr zusammen. Darin diskutiert er, warum die Presse zu Wissenschaftsthemen immer pessimistischer wird, obwohl sich viele Bereiche wie Lebenserwartung oder Armut insgesamt verbessern, wozu die Wissenschaft beiträgt.

Mehr Wissen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen Social Media zunehmend nicht nur privat, sondern auch für die Kommunikation ihrer Forschung. Das ergab eine internationale Umfrage unter Forschenden, ein großer Teil davon aus der Mikrobiologie.

Ein Forschungsteam der Universität Basel hat die Berichterstattung über prädiktive genetische Tests in der Schweiz und im Vereinigten Königreich untersucht. Darunter fallen Verfahren, bei denen mithilfe einer Untersuchung des Erbguts Krankheiten frühzeitig erkannt werden sollen. Die britischen Zeitungen berichteten dabei nicht nur insgesamt mehr, sondern auch positiver über das Thema. Zudem machten sie stärker von persönlichen Geschichten Gebrauch.

Drittmittel zur Finanzierung von Forschung sind eine begehrte Ressource. Mittlerweile gibt es deshalb auch Plattformen zum Crowdfunding von wissenschaftlichen Projekten wie Experiment.com oder Sciencestarter. Eine neue Studie untersucht, welche Projekte und welche Forschenden dort erfolgreich sind. So spielt etwa deren Publikationsliste – ganz im Gegensatz zu den üblichen Antragsverfahren – keine Rolle.

Von Praktikum bis Professur

Für schnelle Bewerber: Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in Hamburg sucht eine Redakteurin (w/m/d) für das Onlineportal „Welt der Physik“ in Teilzeit. Bewerben kann man sich noch bis zum 14. Januar.

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin schreibt außerdem die Stelle eine/r Referent/in für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation als Elternzeitvertretung aus. Hier kann man sich ebenfalls noch bis zum 14. Januar bewerben.  

Ein/e Mitarbeiter/in in der Öffentlichkeitsarbeit sucht auch das Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. Hier endet die Bewerbungsfrist am 29. Januar.

Was kommt?

In zwei Wochen endet der Call for Proposals für das Symposium des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation (NaWik) am 5. April. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind eingeladen, anderen Forschenden Ihre Wisskomm-Projekte vorzustellen.

Die Fachgruppe Wissenschaftskommunikation der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft veranstaltet vom 6. bis 8. Februar die Tagung „Gefühlte Wissenschaft – Wissenschaftskommunikation zwischen Evidenzbasierung und Emotionsmodus?“ in Braunschweig. Anmelden kann man sich noch bis zum 25. Januar.

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Überblick über aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. Außerdem sind hier aktuelle Stellenangebote, Veranstaltung und Ergebnisse aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation zu finden. Für alle Interessierten empfehlen wir auch die Kolumne „Augenspiegel“ von Henning Krause, dem Social Media Manager der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die freitags erscheint und eine ähnliche Zielsetzung hat.