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Wissenschaft kommunizieren

Warum sollten Forschende den Einstieg in die Wissenschaftskommunikation wagen und wie gehen sie am besten dabei vor? Die Leitlinie der Austria Presse Agentur bietet Leitprinzipien zu Zielsetzung, Zielgruppen und passenden Formaten sowie „10 goldene Regeln fürs Vermitteln”.

„Science is not finished until it is communicated” zitiert die Austria Presse Agentur in ihrem Leitfaden Sir Mark Walport. Wissenschaftskommunikation sei laut der Autor*innen notwendig, um anhaltende Wissenschaftsskepsis und künftige Krisen bewältigen zu können. Das Whitepaper liefert praxisnahe Empfehlungen für alle, die einen Einstieg in die Wissenschaftskommunikation suchen oder ihre Kenntnisse dazu ausbauen möchten und bietet Ansätze, um Wissenschaft „reflektiert” zu kommunizieren.

Was sollte das Ziel der Kommunikation des eigenen Forschungsthemas sein, welche Zielgruppen sollten angesprochen werden und welches Format eignet sich dafür am besten? Laut der Autor*innen sei es besonders wichtig, das eigene Forschungsthema in einen größeren Kontext zu setzen und so die Verständlichkeit sicherzustellen. Als bedeutsam wird außerdem die genaue Definition der Ziele und Zielgruppen hervorgehoben, die dann auch entscheidend für die Auswahl der Kanäle und Formate sei. Der Leitfaden liefert hierfür übersichtliche Darstellungen der Vor- und Nachteile verschiedener Kanäle und gibt Beispiele an die Hand. Unter anderem werden so Newsletter, Comics und Social Media-Kanäle wie Twitter, Instagram und Youtube nach ihrem Nutzen als Wisskomm-Format bewertet. So hätte beispielsweise die Plattform Instagram den Nachteil, dass nicht gut auf externe Inhalte verlinkt werden könne. Im Gegensatz dazu biete ein Theater oder Tage der offenen Tür die Chance, Wissenschaft unterhaltsam zu vermitteln und eine große Reichweite aufzubauen. Diese Einschätzungen sollen es den Leser*innen erleichtern, die Logiken des jeweiligen Mediums besser zu verstehen und bei der Auswahl für ihre eigene Wisskomm zu berücksichtigen.

Der Leitfaden enthält zusätzlich insgesamt sechs Interviews mit Wissenschaftskommunikator*innen aus verschiedenen Fachrichtungen, die ihre eigenen Erfahrungen teilen und zum Beispiel Tipps für den Umgang mit der Öffentlichkeit geben. Zu Wort kommt unter anderem der Astronom und Blogger Florian Freistetter, der empfiehlt, eine persönliche Note in Postings einfließen zu lassen, um eine Verbindung zur Leserschaft aufzubauen. Das Whitepaper endet mit „zehn goldenen Regeln fürs Vermitteln“, die kurz und knapp zusammenfassen, worauf es in Bezug auf Relevanz, Format und Visualisierung ankommt. So sei es unter anderem wichtig, mehr auf Kontext als auf Spezialwissen zu setzen, Empathie zu zeigen und sich immer wieder selbst an die eigene Faszination für das Forschungsthema zu erinnern.

Zielgruppe:

Journalist*innen
Öffentlichkeitsarbeitende
Wissenschaftler*innen

Autor*innen:

Austria Presse Agentur

Die Leitlinie:

Wissenschaft kommunizieren

Veröffentlichungsdatum:

August 2022