Bild: Wissenschaftskommunikation.de

Wir reden über… Europa, die Landeshochschulgesetze und konstruktiven Journalismus

Das Wisskomm-Update gibt alle 14 Tage einen Überblick über aktuelle Themen, Debatten und Trends. Außerdem finden Sie hier aktuelle Termine und Forschungsergebnisse zur Wissenschaftskommunikation.

Was gibt’s Neues?

High-Level Konferenz in Brüssel

Die Forschungsstiftung Flandern (FWO), der Fonds für wissenschaftliche Forschung (F.R.S.-FNRS) und Science Europe (SE) organisierten im März gemeinsam eine Konferenz unter der Schirmherrschaft der belgischen EU-Ratspräsidentschaft 2024. Die Konferenz fordert politische Entscheidungsträger*innen auf, der Wissenschaftskommunikation auf nationaler, europäischer und globaler Ebene Priorität einzuräumen. „Wissenschaftskommunikation ist wichtig, um die Botschaft zu vermitteln, dass die Finanzierung wissenschaftlicher Forschung eine Investition und keine Ausgabe ist“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Die Forderungen: Anreize, Anerkennung, KI-Kompetenz und Qualitätskriterien für Wissenschaftskommunikation

Grafik: CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Wie viel Wissenschaftskommunikation steckt in den Hochschulgesetzen?

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat die Landeshochschulgesetze im Hinblick auf die Verankerung der Third Mission untersucht. Alle Bundesländer haben inzwischen Teilaspekte der Third Mission in ihre Hochschulgesetze aufgenommen. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede. Wissenschaftskommunikation ist nur in vergleichsweise wenigen Ländern eine Pflichtaufgabe der Hochschulen. Eine volle Punktzahl für die Third Mission erhält nur Bayern.

Voneinander lernen

Das neue Magazin Proof News will wissenschaftliche Methoden in den investigativen Journalismus integrieren. Laut Gründerin Julia Angwin ist die wichtigste Aufgabe von Journalist*innen heute die Analyse: „Die Menschen brauchen Hilfe, um all diese Berichte und Erzählungen zu verstehen. Sind die Geschichten in ihren Newsfeeds wirklich repräsentativ für das, was in der Welt passiert? Sind es Ausreißer, die unverhältnismäßig aufgebauscht werden?“

Aber auch die Wissenschaftskommunikation kann vom Journalismus lernen. Sabrina Heuwinkel und Ramona Hägele argumentieren, dass konstruktiver Journalismus wichtige Impulse geben kann. Lösungsorientierung, Perspektivenvielfalt und konstruktiver Dialog sollten bei der Entwicklung von Kommunikationskonzepten eine größere Rolle spielen. 

Diesen Ansatz verfolgt auch die Plattform te.ma, über die wir in der Vergangenheit berichtet haben. Derzeit gibt es Kapazitäten für Forschungsgruppen, Institute und Think Tanks, die Partner*innen der Online-Plattform für Wissenschaft und Debatte werden wollen. 

Außerdem in diesem Update: ein Blick auf Verzahnung von Forschung und Praxis, unser neuer Schwerpunkt, die beliebtesten Artikel im März und ein Science-Poetry-Wettbewerb.

Und die Forschung?

Mehr Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis: Was oft gefordert wird, ist in der Umsetzung weder selbstverständlich noch immer einfach. In der aktuellen Sonderausgabe vom Journal of Science Communication (JCOM) geht es um die vielfältigen Beziehungen zwischen Forschung und Praxis der Wissenschaftskommunikation – und damit verbundenen Herausforderungen.
Beispielsweise stellen Christopher Buschow von der Hamburg Media School und Anja Noster von der Bauhaus-Universität Weimar ein Begleitforschungsprojekt zur Entwicklung des „Innovationsfonds für Wissenschaftsjournalismus“ der Wissenschafts-Pressekonferenz e.V. (WPK) vor. Einblicke in die Entwicklung von interaktiven Ausstellungen am Bildungs- und Informationszentrum des CERN gibt ein weiterer Praxisbericht. Taichi Masu und Yasuhito Abe von der Doshisha University berichten in einem Essay über die Zusammenarbeit von ommunikationspraxis und Medienwissenschaft in einem Forschungsprojekt über Wissenschaftskommunikation im japanischen Fernsehen

Bild: Freepik

Neuer Schwerpunkt: Wissenschaft und Wirtschaft

Seit letzter Woche steht das Thema „Wissenschaft und Wirtschaft“ im Mittelpunkt. Den Auftakt bildet ein Interview mit der bekannten TikTok-Influencerin Amelie Reigl, die über ihren Weg von der Wissenschaft ins Unternehmerinnenleben berichtet. Dabei geht es nicht nur um ihre persönlichen Erfahrungen, sondern auch darum, was das Wissenschaftssystem von der Wirtschaft lernen könnte. Beteiligen Sie sich am neuen Schwerpunkt! Ideen, Feedback und Skizzen für Gastbeiträge können Sie jederzeit per E-Mail an redaktion@wissenschaftskommunikation.de senden.

Unsere meistgelesenen Artikel im März

  1. Warum MaiLab für Verwirrung sorgt
    Ein Video, das politisches Engagement ankündigte, entpuppte sich als psychologischer Trick – ein PR-Stunt von Mai Thi Nguyen-Kim für ihre ZDF Wissenschaftsshow. Welche Auswirkungen hat das auf ihr Publikum und das bisherige Vertrauensverhältnis?
  2. So stehen die Parteien im Bundestag zur Wissenschaftskommunikation
    Die Debatte zur Stärkung der Wissenschaftskommunikation im Bundestag zeigte deutliche Spaltungen zwischen den Parteien. Doch was sind die zentralen Streitpunkte? Und wie reagiert die Community?
  3. Toolkit: Make Science go viral
    Wie kommuniziert man Forschung effektiv mit kurzen Videoformaten auf Social-Media-Plattformen? Das Toolkit „Make Science go viral“ liefert dazu praxisnahe Tipps und viele Beispiele.

Termine

📆 21. März – 21. Juni | Wettbewerb: Brilliant Poetry | Mehr

📆 8. April 2024 | Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus | Mehr

📆 30. April 2024 | Einstein Foundation Award 2024 | Mehr

📆 30. April 2024 | Enter – Der Open-Access-Award | Mehr

📆 30. April 2024 | Call for Papers: Siggener Impulse 2024 „Vertrauen in Wissenschaft und Forschung“ | Mehr

📆 8. – 9. Juni 2024 | Berufstag Wissenschaftskommunikation der jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft (Hannover) | Mehr

Feedback

Jens Notroff via Bluesky über den Artikel: „So werden Brettspiele zu lebendigen Geschichtsbüchern“.

Jobs

🔉 Events-/Programm-Manager (m/w/d) für die Geschäftsstelle des „Science Communication Hub“ | Bayerische Akademie der Wissenschaften, München (Bewerbungsschluss: 30. April 2024)

🔉 Kommunikationsmanager (m/w/d) für die Geschäftsstelle des „Science Communication Hub“ | Bayerische Akademie der Wissenschaften, München (Bewerbungsschluss: 30. April 2024)

🔉 Kommunikationsmanager *in (m/w/d) für die Europäische Hochschulallianz ERUA | Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Bewerbungsschluss: 21. April 2024)

🔉 Projektleitung „Garten der Wissenschaften“ | Landeshauptstadt Dresden, Dresden (Bewerbungsschluss: 19. April 2024)

Weitere Stellenangebote finden Sie in unserer Jobbörse – exklusiv für Stellen aus der Wissenschaftskommunikation. Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Stiftungen und Co können ihre Stellenangebote direkt an Besucher*innen unseres Portals richten.

Impressionen

Bild: Real Scientists DE

Die Real Scientists suchen wieder Kurator*innen für ihren Bluesky-Account. Ein Kommentar im Thread oder eine kurze Nachricht an dasistsciencetwitter@gmail.com genügt, um Interesse zu bekunden.