Foto: Matthias Rietschel / WiD

Wanderausstellung

Nur zu Besuch: Eine Wanderausstellung ist weitgehend unabhängig von einem konkreten Ort. Sie geht auf Reisen und wird so mehr Menschen zugänglich gemacht.

Idee

„Wanderausstellungen sind das Mittel der Wahl für Museen, eigene Ausstellungen auch einem Publikum bekannt zu machen, das nicht im Einzugsbereich des Museums lebt, und somit für die eigene Einrichtung und ausgewählte Themen zu werben.“ – Dr. Christian Düker und Prof. Dr. Willi Xylander

Die berühmteste Wanderausstellung, die Deutschland besuchte, ist wohl die Tutanchamun-Ausstellung von 1980/81: Nach Stationen in der UdSSR, den USA sowie in Kanada wurde die Ausstellung in Deutschland von einem Millionenpublikum besucht. In einer Minimaldefinition wäre eine Wanderausstellung also eine Ausstellung, die nicht fest an einen Ort gebunden ist, sondern die an mehreren Orten für je einen begrenzten Zeitraum den Besuchern zugänglich ist. Dabei können die Ausstellungsobjekte entweder einer einzelnen Sammlung, wie im Falle der Tutanchamun-Ausstellung, entnommen sein, oder aber aus den Sammlungen mehrerer Häuser zusammengestellt werden. Es gibt allerdings auch Wanderausstellungen, die sich zusammensetzen aus Infowänden, Roll-Ups etc. und mitunter gemietet werden können. Auch das Smithsonian bietet einen solchen Service an. Solche Ausstellungen haben den Vorteil, dass es sich häufig nicht um wertvolle Objekte und Unikate handelt, die Ausstellung also ohne größeren Aufwand und quasi allerorts aufgebaut werden kann. Auch sind solche Ausstellungen häufig modular konzipiert, können also der jeweiligen Lokalität, den Räumlichkeiten angepasst werden. Einen Sonderfall im Bereich der Wanderausstellungen stellen ,mobile Ausstellungen’ dar. Hierbei ist die Ausstellung selbst fest installiert, dies jedoch etwa in einem umgebauten Schiff, einem Zug oder auch einem Lastwagen usw., und kann auf diese Weise verschiedene Orte besuchen.

Wer kann dieses Format anbieten?

  • Jeder

Zielgruppe

  • Erwachsene
  • Schüler
  • Kinder

Vorbereitung

  • Gelder beschaffen
  • Ausstellung konzipieren und Stationen der Ausstellung planen
  • Exponate erstellen, sammeln, leihen, kaufen, …
  • Beschreibungstexte für Infotafeln verfassen
  • Ausstellungshäuser oder Orte organisieren/mieten/anmelden
  • auf Format aufmerksam machen (etwa via Flyer, Facebook, Twitter, …)

Kosten können anfallen für …

  • Raummiete
  • Material (Exponate und ihre technische Umsetzung)
  • Transportkosten
  • Werbung/Marketing

Warum es sich lohnt

Mobile Ausstellungen sind häufig modular aufgebaut, baulich flexibel und können so an unterschiedlichen Orten und in beliebig vielen Städten gezeigt werden. Eine einmal entwickelte Ausstellung kann auf diese Weise länger unterwegs sein und somit ein größeres Publikum erreichen.

Beispiele

Weitere Informationen

  • Ausstellungsleitfäden (Deutscher Museumsbund)
  • ARGE schnittpunkt (2013): Handbuch Ausstellungspraxis und -theorie. Wien/Köln/Weimar: De Gruyter.
  • Bertron Schwarz Frey (2011): Designing Exhibitions, Ausstellungen entwerfen. Basel: Birkhäuser.
  • Maas I., Kehsler A. (2009): Kunstausstellungen organisieren: Der große Leitfaden von A-Z inklusive Ausstellungs-Zeitplaner und Checklisten. Bad Honnef: GKS Fachverlag für den Kunstmarkt.