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Panoptikum 20-06 #Storytelling #Drosten #Malaufgabe

Wertvolle Twitter-Tipps für Forschende, ein Aufruf zu mehr Storytelling in der Wissenschaft und Eindrücke von der Corona-Berichterstattung – das sind einige Themen des aktuellen Panoptikums, neben aktueller Forschung zu Wissenschaftskommunikation, Jobs und Fortbildungsangeboten für zuhause. 

Augen und Ohren auf

Einen Rückblick auf ausgewählte Beiträge und Diskussionen des 12. Forums Wissenschaftskommunikation, das im Dezember in Essen stattfand, bietet die frisch veröffentlichte Dokumentation der Tagung. Gleichzeitig wurde der Call for Proposals für das Forum 2020 bis zum 6. April verlängert!

Inzwischen gibt es kaum Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die nicht durch die Verbreitung des Coronavirus betroffen sind. Kann sie auch Veränderungen in der Wissenschaft und ihren Austausch mit der Öffentlichkeit anregen? Benedikt Fecher, Forschungsprogrammleiter am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, erklärt auf dem Blog Elephant in the Lab, was ihm in Zeiten der Krise Hoffnung für die Forschung gibt.

Ruhig, sachlich und klar: Der Virologe Christian Drosten der Charité Berlin zeigt im NDR Podcast Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten, wie eine verständliche Aufklärung über Covid-19 funktioniert, die Dringlichkeit vermittelt, ohne Panik zu verbreiten. Im Interview mit ZAPP spricht Drosten über seine Sicht auf die aktuelle Corona-Berichterstattung und die Bedeutung des Wissenschaftsjournalismus:

 

Warum fällt es vielen Menschen schwer, Wissenschaft nachzuvollziehen und ihr Glauben zu schenken? Dieser Frage stellt sich Paul Sutter, Astrophysiker der Stony Brook University, in einem Kommentar für das Magazin Forbes – und erinnert daran, dass sich Praktikerinnen und Praktiker der Wissenschaftskommunikation auch in Geduld üben müssen.

Für viele ist es nur ein Hobby, doch für Forschende kann sich Twitter auch aus professioneller Sicht lohnen. In diesem Editorial des Journals PLoS geben die Autorinnen und Autoren eine Einführung und wertvolle Tipps für die Twitternutzung als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler. Sowohl Neulinge als auch erfahrene Twitter-Nutzende können hier etwas mitnehmen. Passend dazu könnten auch die Social Media Tipps aus unserer Praxis-Rubrik von Interesse sein.

In ihrem Kommentar für die LA Times berichtet Caroline van Hemert, Biologin des Alaska Science Centers, von einer Konferenz der American Ornithological Society ein Erlebnis, das sie von der essentiellen Bedeutung des Storytellings für die Wissenschaft überzeugt hat.

Mehr Wissen

Weiß, männlich, mittelalt oder alt und mit Laborkittel: Diese Figur malen Kinder meistens, wenn sie darum gebeten werden, jemanden aus der Wissenschaft zu malen. An diesem Stereotyp hat sich laut einer aktuellen Übersichtsarbeit auch 25 Jahre nach der Erfindung des Testverfahrens „Draw A Scientist“ nichts geändert.

Wie berichten Medien in den USA über den Klimawandel? In einer Analyse von Beiträgen aus den Jahren 1985 bis 2017 fanden Forschende heraus, dass im Lauf der Zeit immer mehr Personen aus der Politik statt aus der Wissenschaft zu Wort kamen. Der Diskurs teilte sich dadurch immer stärker in eine „demokratische“ und eine „republikanische“ Sichtweise auf das Thema. Parallel dazu habe sich auch die gesellschaftliche Meinung immer weiter polarisiert.

Den Stand der deutschsprachigen Forschung zur Wissenschaftskommunikation hat eine Forschungsgruppe aus Zürich und Berlin erhoben, und zwar anhand von Tagungsabstracts. Ergebnis: Es gibt in der Forschung einen starken Fokus auf medial vermittelte und institutionelle Wissenschaftskommunikation (beide zusammen machten 71 Prozent der Studien aus), die vorherrschenden Methoden waren Befragungen und Inhaltsanalysen (zusammen 81 Prozent). Inhaltlich beschäftigten sich viele Untersuchungen mit dem Verständnis der Bevölkerung für wissenschaftliche Inhalte.

Von Praktikum bis Professur

Die Volkswagenstiftung in Hannover sucht eine Redakteurin oder einen Redakteur für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit mit Erfahrung im Bereich Wissenschaftskommunikation oder -journalismus. Die Bewerbungsfrist endet am 25. März.

Das FZI Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe sucht ab sofort Unterstützung in der Kommunikation, im Bereich Content Management (Bewerbungsfrist: 3. April), im Bereich Eventmanagement (Bewerbungsfrist: 3. April) und im Bereich Public Relations (Bewerbungsfrist: 4. April).

Weitere Stellenangebote finden Sie in unserer Jobbörse – exklusiv für Stellen aus der Wissenschaftskommunikation. Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Stiftungen und Co können ihre Stellenangebote direkt an Besucherinnen und Besucher unseres Portals richten.

Was kommt?

Bis zum 31. März kann man sich auf die „Masterclass Wissenschaftsjournalismus“ der Riffreporter bewerben. Bei diesem Weiterbildungsprogramm, gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung, werden zwölf Journalistinnen und Journalisten dabei unterstützt, ihre innovativen Projekte umzusetzen. Alle nötigen Informationen gibt es hier.

Aus gegebenem Anlass entfallen an dieser Stelle die sonstigen Veranstaltungsankündigungen. Stattdessen machen wir auf zwei Fortbildungsangebote aufmerksam, die sich bequem in den eigenen vier Wänden wahrnehmen lassen: Die University of the West of England in Bristol bietet ab April für Forschende einen zehnwöchigen Online-Kurs rund um Wissenschaftskommunikation an. Außerdem lassen sich auch beim Nationalen Institut für Wissenschaftskommunikation (NaWik) zeitlich ungebunden E-Learning-Kurse belegen.

 

Das Panoptikum gibt alle vierzehn Tage einen Überblick über aktuelle Aktionen, Debatten und Trends. Außerdem sind hier aktuelle Stellenangebote, Veranstaltung und Ergebnisse aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation zu finden. Für alle Interessierten empfehlen wir auch die Kolumne „Augenspiegel“ (https://blogs.helmholtz.de/augenspiegel/category/augenspiegel/) von Henning Krause, dem Social-Media-Manager der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die eine ähnliche Zielsetzung hat. Achtung: Der Augenspiegel pausiert derzeit, da wir ihn uns aber zurückwünschen, haben wir die Empfehlung mal drin gelassen.