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Panoptikum 17-17 #Sciku #Seriousgames #Socialmedia

Für Sie getestet: Forschung für „normale“ Menschen zu erklären, hat immer auch einen Mehrwert für den kommunizierenden Forscher. Sagt eine Studie. Diese, Haikus über Forschungsergebnisse, eine Studie zu Social Media in der Wissenschaftskommunikation und neue Jobs gibt es heute im Panoptikum.

Augen und Ohren auf

Warum entscheiden sich Menschen gegen eine klinisch geprüfte Krebstherapie oder bestreiten den Klimawandel? Und zwar entgegen dem aktuellsten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Eileen Parkes diskutiert diese Frage in ihrem Blogpost Why scientists should communicate science und stellt dabei fest: Ängste und Fragen der Menschen werden in der Wissenschaftskommunikation vor lauter Fakten oft nicht berücksichtigt. Ein Plädoyer für mehr Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Zielgruppen in der Wissenschaftskommunikation.

Dass sich das auch positiv auf die Forschung auswirkt, hat Susanne Pelger erforscht und zusammengefasst: New research shows explaining things to ‘normal’ people can help scientists be better at their jobsWissenschaftskommunikation ist also ein echtes win-win-Gebiet.

Ein sehr erfolgreiches Beispiel dafür sind die Videos von Mai-Thi Nguyen-Kim, deren Youtube-Kanal The secret life of scientists mittlerweile 26.000 Follower verzeichnet. Knapp 74.000 Aufrufe hat allein ein Video, das sie für das Projekt „Die Debatte“ produziert hat. Das Thema: Wahlprognosen, die meistens gar keine sind. In sechs Minuten gibt sie einen Überblick darüber, wie sie zustande komme, was sie aussagen können und was eben nicht:

Und wer eine noch kürzere Form bevorzugt, kann sich vom „Sciku-Projekt“ des Biologen Andrew M. Holmes inspirieren lassen. In einem kurzen Abriss im Fachblatt Science berichtet der Biologe, wie Wissenschaftler ihre Forschungsergebnisse in Haikus verpacken. Diese populäre Gedichtform aus Japan gilt als kürzeste der Welt.

Mehr Wissen

Ein einziger viraler Facebook-Post kann das Interesse an medizinischen Themen vorübergehend stark steigern. Diese Erkenntnis zeichnen Seth M. Noar und Kollegen in einer Fallstudie nach. Eine Krankenschwester aus Alabama hatte ein Selfie, das ihr Gesicht nach einer Basalzellenkrebs-Behandlung zeigte, auf Facebook geteilt. Kurz darauf schnellten die Google-Suchanfragen nach „Hautkrebs“ auf einen der höchsten jemals gemessenen Werte.

Andererseits können mediale Großereignisse – wie der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf – das Interesse in den sozialen Netzwerken auch weg von solch wichtigen Themen lenken. Das berichten Forscher um Emily K. Vraga in einer Analyse der Twitter- und Google-Trends für die Jahre 2015 und 2016.

Citizen Science in Form von Spielen (sogenannten „Serious Games“) anzubieten, liegt im Trend. Rikke Magnussen von der Universität Aalborg hat in einer Übersicht die verfügbare Literatur zum Thema zusammengetragen. Die Mehrzahl der Untersuchungen widmete sich demzufolge der Motivation, der Datenqualität oder dem Lerneffekt bei dieser Methode, während das Spieledesign oder ethische Fragen bislang kaum eine Rolle spielen.

Eine Forschergruppe aus Helsinki hat untersucht, wovon es abhängt, ob Schülerinnen und Schüler von einer Dinosaurier-Ausstellung bleibendes Wissen mitnehmen. Etwa vom Interesse an Biologie, aber auch vom Geschlecht: Jungs profitierten etwas mehr als Mädchen.

Von Praktikum bis Professur

Der Informationsdienst Wissenschaft e.V. (idw) sucht zum 1. September 2018 eine/n Geschäftsführer/in mit langjähriger Erfahrung in der Wissenschaftskommunikation oder dem Wissenschaftsjournalismus. Die Stelle wird für fünf Jahre ausgeschrieben und kann an den Standorten Bochum oder Bayreuth ausgeführt werden. Die Bewerbungsfrist ist der 5. Januar 2018.

Wer auf dem Weg zur Führungskraft noch etwas Erfahrung braucht, kann sich bei der Stiftung Gesundheitswissen in Berlin bewerben. Für zunächst zwei Jahre wird hier ein/e Print- und Online-Redakteur/in gesucht. Eine Bewerbungsfrist ist nicht angegeben.

Einen Referenten (m/w) für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit mit Dienstort in Bonn sucht zudem die Hochschulrektorenkonferenz. Die Vollzeitstelle ist bis September 2019 befristet und bewerben kann man sich bis zum 10. Dezember 2017.

Was kommt?

Fake News, Gender Studies und künstliche Intelligenz sind die großen Themen der Wissenswerte. Das Forum für Wissenschaftsjournalismus  ist vom 4.–6. Dezember 2017 in Darmstadt zu Gast. Kurzentschlossene können sich noch direkt vor Ort registrieren – oder die Berichterstattung von Wissenschaftsjournalist Alexander Mäder direkt hier auf Wissenschaftskommunikation.de verfolgen.

Am 4. Dezember  treffen sich außerdem Kommunikatoren der Geisteswissenschaften in Berlin zur Tagung kurz & gut in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Ihr Fokus liegt auf den „kleinen Formen“ Twitter und Co.