Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Überblick über die Wahlprüfsteine

Welche Erwartungen haben die Parteien in Sachsen-Anhalt an die Wissenschaftskommunikation? Vor der Landtagswahl im September 2026 haben wir sie nach der Bedeutung, den aktuellen Herausforderungen und dem Beitrag zur Demokratie gefragt.

Wir haben alle Parteien kontaktiert, die zum Zeitpunkt unserer Anfrage laut MDR zur Landtagswahl antreten wollten. Das Bündnis Sahra Wagenknecht hat nicht auf unsere Anfrage geantwortet. In unserer Auflistung folgen die Parteien ihren Sitzanteilen im Landtag von Sachsen-Anhalt. Die sieben Wahlprüfsteine greifen Debatten auf, die wir regelmäßig auf Wissenschaftskommunikation.de behandeln. Die Beiträge bündeln bündeln wir in diesem Überblick.

Welche Rolle spielt Wissenschaftskommunikation?

Die Parteien schreiben der Wissenschaftskommunikation übereinstimmend eine Bedeutung zu, die über den wirtschaftlichen Transfer hinausgeht. Unterschiede zeigen sich vor allem in der Begründung. Die Antworten reichen von Vertrauen, Transparenz und gesellschaftlichem Dialog über politische Entscheidungsfindung und die Vermittlung wissenschaftlicher Arbeitsweisen bis hin zum Eigenwert von Erkenntnis und Wissenschaft.

Das sehen die Parteien als größte Herausforderung

Viele Parteien verweisen auf das Erstarken der extremen Rechten und die damit verbundenen Angriffe auf die Wissenschaft, auf Forschende sowie auf einzelne Forschungsfelder. Mehrfach genannt wird außerdem die Aufgabe, Forschung sichtbarer und wissenschaftliche Erkenntnisse verständlicher zu machen. Bei weiteren Herausforderungen gehen die Einschätzungen jedoch deutlich auseinander, sowohl was die Ursachen für den Druck auf die Wissenschaft als auch den möglichen Umgang damit betrifft.

Was Wissenschaft für die Demokratie leisten kann

Die meisten Parteien sehen einen engen Zusammenhang zwischen Wissenschaftskommunikation, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Dabei geht es häufig um eine informierte Öffentlichkeit und wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage politischer Entscheidungen. Zugleich grenzen mehrere Antworten die Aufgaben von Wissenschaft und Politik deutlich voneinander ab. Wie Wissenschaftskommunikation darüber hinaus Vertrauen und Zusammenhalt stärken kann, wird unterschiedlich beantwortet.

Verlässliche Strukturen statt kurzfristiger Förderung

Einige Parteien wollen Wissenschaftskommunikation langfristig absichern, vor allem über eine bessere Grundfinanzierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Mehrfach genannt werden auch Zielvereinbarungen und Kooperationen mit Bildungs- und Kultureinrichtungen. Unterschiede zeigen sich bei der Frage, ob bestehende Instrumente ausreichen und welche zusätzlichen Strukturen gestärkt werden sollen.

Über die Zukunftsthemen des Landes

Die thematische Spannbreite reicht von Künstlicher Intelligenz bis zu Klimawandel, und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Dahinter steht häufig die Frage, wie Wissenschaft den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel des Landes mitgestalten kann. Die Parteien setzen dabei verschiedene Akzente: etwa bei Technologieoffenheit, Transfer oder der Rolle der Sozialwissenschaften.

Zivilklauseln als Streitpunkt

Wie offen sollte über Forschung kommuniziert werden, deren Ergebnisse auch militärisch genutzt werden könnten? Die Antworten reichen von der Forderung nach einer grundsätzlich zivilen Ausrichtung der Hochschulen bis hin zur klaren Ablehnung von Zivilklauseln. Kontrovers diskutiert wird die Frage, wer Verantwortung tragen soll: einzelne Forschende, die Hochschulen oder der Staat mit verbindlichen Regeln und demokratischer Kontrolle. Einig ist man sich vor allem darin, dass Transparenz dort an Grenzen stößt, wo sensible Informationen, Sicherheitsinteressen oder Menschen gefährdet werden könnten.

Wer schützt Forschende bei Shitstorms?

Wenn Forschende aufgrund ihrer öffentlichen Äußerungen Opfer von ‚Shitstorms‘ werden, bedroht oder von Rechtsextremen angegriffen werden, sehen die Parteien die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr. Welche Hilfe daraus folgen sollte, wird jedoch unterschiedlich beantwortet. Genannt werden Krisenmanagement und rechtlicher Beistand ebenso wie konsequente Strafverfolgung und breite Solidarität. Eine Antwort setzt bereits bei der demokratischen Mehrheit im Landtag an. Kontrovers bleibt jedoch die Frage, wo sachliche Kritik endet und ob Forschende, die sich politisch äußern, Angriffe aushalten müssen.

Die Wahlprüfsteine von Wissenschaftskommunikation.de

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