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Krimispiel

Um mörderische Rätsel zu lösen, müssen sich Hobby-Detektiv*innen in wissenschaftliche Themen vertiefen. Damit knüpft das Format an den True-Crime-Hype an.

Idee

Beim Krimispiel lösen die Teilnehmenden einen Kriminalfall und lernen dabei Wissenschaft von ihrer dunkelsten Seite kennen: Im Maschinenraum des Forschungsschiffs ist eine Leiche aufgetaucht! Alle Crew-Mitglieder wirken verdächtig, doch wer hat das Mordopfer wirklich umgebracht? Jetzt gilt es, durch investigatives Kombinieren den Tatvorgang zu rekonstruieren, um innerhalb von zwei bis drei Stunden die schuldige Person zu überführen. In jeder Runde kommen neue Hinweise ans Licht. Könnte das Opfer zum Beispiel am Genuss von Falten-Tintlingen mit Rotwein gestorben sein? Diese Pilzart wirkt nur in Kombination mit Alkohol giftig.

Bei Krimi-Events mit acht bis achtzig Personen schlüpfen die Teilnehmenden selbst in die Rollen der Hauptverdächtigen, wobei es bei großen Gruppen sinnvoll ist, dass mehrere Personen zusammen eine Rolle verkörpern. In ihren Rollen befragen sie sich gegenseitig und bringen so mörderische Hinweise ans Licht. Wer wusste von der tödlichen Kombination aus Falten-Tintling und Alkohol? Lässt sich das Mordmotiv in den Machtstrukturen des Wissenschaftsbetriebs verorten?

Ab einer Gruppengröße von hundert Personen bietet es sich an, dass die Teilnehmenden sich auf die Spurensuche fokussieren und selbst keine Rollen verkörpern. Die fiktiven Hauptverdächtigen sind also abwesend, haben aber teils reale E-Mail-Postfächer und Social-Media-Accounts, mit aufschlussreichen Indizien.

Alternativ kann der Mord auch bei einem wissenschaftlichen Krimi-Dinner gelöst werden. Der Wissenschaftsbezug spiegelt sich dann auch im kulinarischen Angebot des Abends, zum Beispiel durch maritime Rezepte bei dem Mordfall auf dem Forschungsschiff.

Wer kann das Format anbieten?

Alle

Zielgruppe

  • Erwachsene
  • Jugendliche
  • Kinder

Welche Formate werden häufig in diesem Zusammenhang genutzt?

Vorbereitung

Die Teilnehmenden erhalten schriftliche Informationen zu ihren Rollen im Spiel. Mit viel Kreativität und kriminalistischem Geschick lässt sich so ein Skript selbst zusammenstellen, inklusive nützlicher Hinweise. Wie wäre es mit der chemischen Formel eines neuen Wirkstoffs, für die manche Beteiligte über Leichen gehen würden? Oder der Entwurf einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, die gewisse Institutsmitglieder mit allen Mitteln verhindern wollten?

Im Vorfeld:

  • Skripte für die Rollen erstellen (Hauptverdächtige und ggf. weitere Figuren) oder ein bekanntes Krimispiel wissenschaftlich anpassen
  • Kostüme und ggf. digitale Spuren für alle Rollen zusammenstellen
  • Eine geeignete Location finden
  • Anmeldung (wichtig: die Teilnehmendenzahl ist wenig flexibel)

Am gleichen Tag:

  • Skripte und Kostüme bereitlegen
  • Ggf. Catering vorbereiten

Kosten

  • Druckkosten für die Skripte und Indizien
  • Ggf. Anschaffungskosten für Kostüme
  • Ggf. Catering
  • Ggf. Raummiete

Warum es sich lohnt 

Kriminalgeschichten und True-Crime-Formate erfreuen sich großer Beliebtheit. Mithilfe von Krimispielen kann die Wissenschaft von dieser Popularität profitieren. Wissenschaftliche Krimi-Events vermitteln gemeinschaftlichen Rätselspaß und bringen Menschen ins Gespräch über Wissenschaft, zum Beispiel den Arbeitsalltag an Bord eines Forschungsschiffs. Das Format eignet sich ebenfalls als Abend- oder Begleitprogramm für Konferenzen. Wissenschaftliche Mordfälle lassen sich sogar in den Schulkontext integrieren. Auf jeden Fall bringen wissenschaftliche Krimispiele einen Mordsspaß – nicht nur für die üblichen Verdächtigen.

Beispiele

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Weitere Informationen

* Transparenzhinweis: Dieses Format haben die Gastautoren David Ohse und Sascha Vogel von science 42 beigetragen.