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10 Plattformen für den Wisskomm-Alltag

Wo findet man verlässliche Orientierung für die eigene Wissenschaftskommunikation? Zum Jubiläum von Wissenschaftskommunikation.de stellen wir besonders hilfreiche Plattformen vor.

Zehn Jahre Wissenschaftskommunikation.de bedeuten auch zehn Jahre Leitfäden, Methodensammlungen, Lernangebote und Debatten rund um die Wissenschaftskommunikation. Einige der in dieser Zeit vorgestellten Plattformen haben sich als besonders hilfreiche Anlaufstellen etabliert. Sie unterstützen beispielsweise dabei, wissenschaftliche Inhalte verständlich aufzubereiten, dialogorientierte Formate zu entwickeln, den Einsatz von KI zu reflektieren oder die Wirkung eigener Projekte zu untersuchen.

Zum Jubiläum stellen wir eine Auswahl dieser Angebote vor. Die Liste ist keine vollständige Übersicht, sondern eine Sammlung von Plattformen für unterschiedliche Aufgaben im Wisskomm-Alltag.

1. Klimafakten 

Hilfreich für eine fundierte Klimakommunikation

Kaum ein Thema zeigt so deutlich wie die Klimakrise, dass Fakten allein nicht automatisch zu Verständnis, Vertrauen und Handeln führen. Klimafakten bietet wissenschaftlich fundierte Informationen zum Klimawandel und stellt zugleich Materialien zur Verfügung, die zeigen, wie Gespräche über Klimaschutz gelingen können.

Besonders hilfreich ist Klimafakten für alle, die zu einem komplexen, politisierten und häufig von Desinformation begleiteten Thema kommunizieren. Die Ressource verbindet Faktenchecks, Kommunikationswissen und praktische Hinweise. Damit eignet sie sich nicht nur für Klimakommunikation im engeren Sinne, sondern auch als Beispiel dafür, wie Wissenschaftskommunikation mit kontroversen Themen umgehen kann.

2. Mediendoktor 

Hilfreich für die Qualitätsprüfung eigener Beiträge

Der Medien-Doktor prüft Beiträge aus Wissenschaftsjournalismus und Wissenschaftskommunikation anhand festgelegter Qualitätskriterien. Jeweils zwei Gutachter*innen prüfen die Beiträge anhand eines festen KriterienkatalogsSie bewerten zum Beispiel, ob Studienergebnisse korrekt wiedergegeben, Quellen genannt, wissenschaftliche Unsicherheiten erklärt und übertriebene Schlussfolgerungen vermieden werden.

Zusätzlich bietet die Plattform Einordnungen anhand bestimmter Kriterien für Themenfelder wie Gesundheit, Umwelt, Ernährung und KI, eine Sammlung weiterführender Tools, sowie den Fakten-Doktor. Dessen Materialien helfen dabei Studien, Statistiken und Aussagen von Expert*innen kritisch zu prüfen. Kommunikator*innen können die Kriterien deshalb auch als Checkliste für eigene Texte und Pressemitteilungen nutzen.

3. KI-Campus 

Hilfreich für den Aufbau von KI-Kompetenzen

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Forschung und Lehre, sondern auch die Wissenschaftskommunikation. Der KI-Campus bietet Lernangebote rund um Künstliche Intelligenz und kann dabei helfen, Grundlagenwissen aufzubauen oder bestehende Kompetenzen zu vertiefen. Für Kommunikator*innen ist der KI-Campus besonders nützlich, weil er KI sowohl als technisches Thema als auch als Kompetenzfrage behandelt wird: Wer über KI kommuniziert oder KI-Tools im eigenen Arbeitsalltag nutzt, braucht ein Verständnis für Funktionsweisen, Grenzen und mögliche Auswirkungen.

4. EUSEA Science Engagement Platform 

Hilfreich für die Planung dialogorientierter Formate

Die EUSEA Science Engagement Platform versammelt erprobte Aktivitäten, Methoden, Toolkits und Lesetipps für dialogorientierte Wissenschaftskommunikation. Die Angebote lassen sich nach Zielgruppen, Themen und Formaten durchsuchen und reichen von kurzen interaktiven Übungen bis zu umfangreicheren Beteiligungsformaten.

Besonders praktisch ist die Plattform für alle, die eine Veranstaltung, einen Workshop oder ein Public-Engagement-Projekt planen. Konkrete Beispiele zeigen, wie sich ein Format umsetzen und an unterschiedliche Zielgruppen anpassen lässt.

5. COALESCE 

Hilfreich für evidenzbasierte Wissenschaftskommunikation und europäischen Austausch

Das europäische COALESCE-Projekt baut ein Kompetenzzentrum für Wissenschaftskommunikation auf. Auf der dazugehörigen Plattform werden qualitätsgeprüfte Materialien, Tools und Weiterbildungsangebote aus europäischen Forschungs- und Praxisprojekten gebündelt.

Das Angebot richtet sich unter anderem an Kommunikator*innen, Forschende und Wissenschaftsjournalist*innen. Es eignet sich besonders für alle, die nach evidenzbasierten Materialien suchen, internationale Perspektiven kennenlernen oder sich mit Akteur*innen aus anderen europäischen Ländern vernetzen möchten.

6. Transfer Unit

Hilfreich für den Transfer von Forschung in die Kommunikationspraxis

Die Transfer Unit Wissenschaftskommunikation* bereitet Forschung zur Wissenschaftskommunikation für die Praxis auf. In Forschungsüberblicken, Kurzpublikationen und Veranstaltungen behandelt sie Themen wie Vertrauen, Zielgruppen, Beteiligung oder den Umgang mit Desinformation.

Kommunikator*innen erhalten so einen kompakten Einstieg in aktuelle Forschungsergebnisse und können prüfen, welche Erkenntnisse für die Planung eigener Angebote relevant sind.

7. Impact Unit

Hilfreich für die wirkungsorientierte Planung und Evaluation

Die Impact Unit* unterstützt dabei, Wissenschaftskommunikation wirkungsorientiert zu planen und zu evaluieren. Auf der Plattform finden sich unter anderem Fallanalysen, Wegweiser zu einzelnen Evaluationsfragen, Factsheets und Infografiken. Zusätzlich bietet die Impact Unit eine kostenfreie Evaluationsberatung sowie Workshops an.

Die Materialien helfen beispielsweise dabei, Ziele und Zielgruppen zu definieren, geeignete Indikatoren auszuwählen, Befragungen zu planen und Ergebnisse sinnvoll einzuordnen.

9. Rhine Ruhr Center for Science Communication Research

Hilfreich für die vertiefte Auseinandersetzung mit Wissenschaftskommunikation

Das Rhine Ruhr Center for Science Communication Research ist eine Plattform für Forschung und Austausch rund um Wissenschaftskommunikation. Das Center bündelt Perspektiven verschiedener Disziplinen und beschäftigt sich unter anderem damit, wie Wissenschaft öffentlich vermittelt, wahrgenommen und diskutiert wird.

Ein Beispiel für die Angebote des Centers ist das frei zugängliche Living Handbook of Science Communication and Science Studies. Die wachsende Wissenssammlung bereitet Begriffe, Forschungsergebnisse und Debatten in unterschiedlichen Formaten auf – von wissenschaftlichen Beiträgen bis zu Essays, Videos, Podcasts und Bildergalerien. So bietet sie sowohl einen Einstieg in zentrale Themen als auch Material zur vertieften Auseinandersetzung.

9. EmpowerText

Hilfreich für verständliche und adressatengerechte Wissenschaftstexte

Wie lassen sich wissenschaftliche Inhalte verständlich formulieren, ohne sie unangemessen zu vereinfachen? Das Projekt EmpowerText untersucht die Textarbeit in großen Forschungsorganisationen und bereitet sprachwissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis auf.

Auf der Website finden Kommunikator*innen Hinweise zur verständlichen Gestaltung unterschiedlicher Formate – darunter Texte für Websites und soziale Medien. Die Materialien richten den Blick unter anderem auf Aufbau, Wortwahl und die sprachlichen Anforderungen verschiedener Kommunikationssituationen.

10. QUEST

Hilfreich für transparente Forschung und gesellschaftliche Beteiligung

Das QUEST Center for Responsible Research am Berlin Institute of Health in der Charité beschäftigt sich damit, wie biomedizinische Forschung verlässlicher, transparenter und gesellschaftlich relevanter gestaltet werden kann. Aus der eigenen Forschung entwickelt das Center praktische Angebote für den wissenschaftlichen Arbeitsalltag.

Auf der Plattform finden Forschende und Kommunikator*innen Services, Tools und Ressourcen unter anderem zu Open Science, Forschungsdatenmanagement und der Beteiligung von Patient*innen und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. Dazu gehören beispielsweise Hilfen für Datenmanagementpläne, Materialien für systematische Reviews sowie Kurse und Workshops. Das Angebot zeigt damit auch, dass verantwortungsvolle Wissenschaftskommunikation bereits bei transparenten Forschungsprozessen und dem frühzeitigen Einbezug verschiedener Perspektiven beginnt.

Weitere Ressourcen und Plattformen stellen wir regelmäßig in unserer Rubrik „Praxis“ vor.

*Die Transfer Unit und die Impact Unit sind Angebote von Wissenschaft im Dialog, einem der Träger der Plattform Wissenschaftskommunikation.de.