Foto: Pixabay, CC0

Panoptikum 17-13 #Nobelpreise #TogetherScienceCan #ScientistsTakeAKnee

Diese Woche ist eine der aufregendsten Wochen in der Wissenschaft, schließlich wurden/werden die Nobelpreise verliehen. Außerdem im Panoptikum: Spannendes aus der Forschung über Wissenschaftskommunikation und zwei interessante wissenschaftspolitische Kampagnen.

Augen und Ohren auf

Endlich ist es wieder soweit: Es ist Nobelpreiswoche! Während der Nobelpreis für Medizin an die Entdecker der biologischen Uhr und der für Chemie an die Entwickler der Kryo-Elektronenmikroskopie ging, wurde in der Physik wenig überraschend die Entdeckung der Gravitationswellen ausgezeichnet.

Was es damit auf sich hat, erklärt der Physiker Brian Greene von der Columbia University auf anschauliche Weise in The Late Show with Stephen Colbert.

Auch die Max-Planck-Gesellschaft, deren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, an der Entdeckung beteiligt waren, gratulierte Online und liefert interessante Hintergründe zu den Gravitationswellen. Außerdem empfehlenswert, die offizielle Seite des Nobelpreiskomitees.

Und sonst so? Unter dem #ScientistsTakeAKnee gehen derzeit auf Twitter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf die Knie gegen Rassismus. Vorbild der Aktion: Die National Football League in den USA, in der seit einigen Wochen Spieler sich während der Nationalhymne zum Protest auf die Knie begeben.

Ein weitere Hashtag, der für Furore sorgen soll und sich für den Zusammenhalt, die Vernetzung und die Vielfalt in der Wissenschaft einsetzen soll, ist der #TogetherScienceCan. Worum es bei der vom Wellcome Trust initiierten globalen Kampagne geht, erfahren Sie in diesem kurzen Filmclip.

Mehr Wissen

Inwiefern Wikipedia Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation beeinflusst, haben Neil Thompson und Douglas Hanley untersucht. Nature hat die Studie kurz zusammengefasst.

Was motiviert Wissenschaft in China zur Wissenschaftskommunikation? Ein Autorenteam des MIT und der Tsinghua University nähert sich der Frage im Journal of Cleaner Production.

Die mediale Darstellung von Krankheiten ist immer wieder Ausgangspunkt kontroverser Diskussionen. Welche Ursachen vier große amerikanische bzw. britische Tageszeitungen für Autismus berichten, hat sich ein Forscherteam aus China näher angesehen.

Möchte man wissen, welche Wirkung Citizen Science Aktivitäten auf die Teilnehmer hat, dann stehen einem zahlreiche Evaluationsinstrumente zur Verfügung. Natasha Constant und Liz Roberts fügen dem Repertoire im Journal of Science Communication ein neues Instrument hinzu: Evaluation mit Hilfe von Narrativen. Großer Vorteil laut den Autoren: Lässt man die Leute Geschichten erzählen, dann erlangt man auch einen Einblick in weniger direkte Wirkungen.

Sind Richtigstellungen in Sozialen Medien wirkungsvoller, wenn sie von staatlichen Institutionen kommen? Ja, zumindest laut der Untersuchung von Emily K. Vraga und Leticia Bode.

Je weniger Leute über Wissenschaft wissen, desto eher stehen sie ihr ablehnend gegenüber. Diese Annahme hört man immer wieder. Dass es nicht ganz so einfach ist, zeigen nun Caitlin Drummond und Baruch Fischhoff: Laut ihrer Studie lässt sich gerade bei umstrittenen Themen, wie z.B. Stammzellenforschung, eine Korrelation zwischen Wissen und Ablehnung beobachten.

Von Praktikum bis Professur

In Berlin sucht die Charité ab sofort für ihren Bereich Unternehmenskommunikation einen Referent/in für Wissenschaftskommunikation.

Beim Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) in Bonn wird für die Stabsstelle ,,Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“ (P11)  eine/n Projektleiter / Projektleiterin. Interessenten können sich bis zum 16. Oktober bewerben.

Eine Stelle für ein/e wissenschaftliche Referent/in der Institutsleitung ist am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe zu besetzen. Die Bewerbungsfrist ist der 01.11.2017.

Was kommt? 

Am 14. und 15. November findet am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster der Workshop „Schweigen ist Silber, Reden ist Gold – Wie sensible Themen richtig kommuniziert werden“ statt. Dieser richtet sich an WissenschaftlerInnen und MedienkommunikatorInnen. Anmelden können Sie sich bis zum 1. November 2017.

Das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation bietet weitere offene Seminare an verschiedenen Standorten: Das Schreibseminar “Auf den Punkt gebracht, – verständlich, anschaulich, zielgruppengerecht“ findet am 07. November in Münster und am 14. November 2017 in Göttingen statt. Die Anmeldung zu diesen Seminaren sind bis zwei Wochen vor dem Termin möglich.

Bis zum 12. Oktober 2017 können Interessierte sich noch zur World Conference of Science Journalism anmelden. Die Konferenz findet vom 26.-30. Oktober 2017 in San Francisco statt.